Brigitte Stoz-Willig/Mechthild Veil (Hrsg.):
Es rettet uns kein höh'res Wesen.
Feministische Perspektiven der Arbeitsgesellschaft
Hamburg 1999, VSA Verlag


Inhalt
Vorwort
Brigitte Stolz-Willig/Mechthild Veil

Perspektiven der Arbeit

Industriegesellschaft am Ende - Arbeit abgeschafft?
Frauen und der Geschlechterkampf um Erwerbsarbeit
Hildegard Maria Nickel

Funktionalisierung der Frauenerwerbsarbeit und Armutsrisiken
Ein beschäftigungssoziologischer Kommentar
Sabine Gensior

Qualifizierte Frauen in neuen Arbeitsformen: Erfolge,
Rollback - und neue Chancen?
Gudrun Trautwein-Kalms

Neue Grenzziehungen: Arbeit, Familie und Gesellschaft

Hoffnungsträger "Dritter Sektor" - neue Arbeit für Frauen
Ute Klammer/Christina Klenner

Neubewertung der Familienarbeit - Erziehungsgehalt als
Perspektive?
Brigitte Stolz-Willig

Soll der Gesetzgeber in die familiäre Arbeitsteilung
eingreifen?
Sabine Berghahn

Europäische Geschlechterpolitik - tauglich für das
3.Jahrtausend?
Susanne Schunter-Kleemann

Globalisierung, Sozialstaat und Gender

Perspektiven des Sozialen im Globalisierungsprozeß
Marianne Braig

Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterbeziehungen
Wie revisionsbedürftig sind feministische Theorien?
Mechthild Veil

"Es rettet und kein höh'res Wesen..."
Neoliberale Geschlechterkonstrukte in der Ära der Globalisierung
Birgit Sauer


Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterbeziehungen:
Wie revisionsbedürftig sind feministische Theorien?
Mechthild Veil

Die bundesdeutsche Öffentlichkeit diskutiert noch die Krise des Sozialstaates alter Prägung, während dieser bereits einem fundamentalen Wandel unterliegt. In unterschiedlicher Art und Weise reagieren die Wohlfahrtsstaaten entwickelter Industrieländer auf externen Veränderungsdruck, der durch Globalisierung und durch die Europäische Union ausgelöst wird. Die Wohlfahrtsstaaten passen sich aber auch internem Veränderungsdruck an, der z.B. durch den Zerfall traditioneller Orientierungen und Handlungsmuster in den Geschlechterbeziehungen und den damit verbundenen anderen Erwartungshaltungen entsteht. Dabei handelt es sich um langfristig wirksame und einschneidende Änderungen des gesamten Gefüges. In politischen und wissenschaftlichen Debatten werden diese Transformationsprozesse jedoch nur fragmentarisch wahrgenommen, da sie lediglich als schleichende Veränderungen und im Falle der Europäischen Einigung als punktuelle Koordinierungen unterschiedlicher Systeme auftreten. Es hat den Anschein, als ob die sich abspielenden Prozesse ihrer wissenschaftlichen Verarbeitung davonlaufen.[…]